WENN DU WILLST, TRITT EIN
Diese Sammlung von Balladen schließt sich fast nahtlos an die Gedichte an, die Eberhard Figlarek in dem Bändchen Unterwegs im Zug der Zeit im AndreBuchVerlag veröffentlichte. Der Dichter zeigt sich von seiner gefühlvollen wie auch gesellschaftskritischen Seite und bleibt sich selbst dabei unbedingt treu. Wiederum in drei großen Abschnitten werden dem Leser teils heitere, teils tiefgründige, gereimte Erlebnisse und Eindrücke präsentiert, die – wie immer bei Eberhard Figlarek – eine gelungene Mischung von Unterhaltung, Lebenserkenntnis und Aha-Erlebnissen bilden.
ISBN 978-3-942469-78-4, 124 S.
Schnell ist ein Jahr vergangen . . . . . . . . . . . . 7
Generationen im Spiegel
Ein Mann erinnert sich . . . . . . . . . . . . . 21
Elegie im Schrebergarten . . . . . . . . . . . . . 24
Klassentreffen . . . . . . . . . . . . . . . . . . 26
Alter Herr grüßt junge Dame . . . . . . . . . . 28
Kleines junges Menschenkind . . . . . . . . . . 30
Auf in den Kampf . . . . . . . . . . . . . . . . 32
Reisender in Sachen Liebe . . . . . . . . . . . . 36
Strohwitwers Klagelied . . . . . . . . . . . . . . 38
Rendezvous ohne Folgen . . . . . . . . . . . . . 41
Herrn Wolfs Trauma . . . . . . . . . . . . . . . 44
Ein Mann geht . . . . . . . . . . . . . . . . . . 46
Wilhelm und Barbara oder
Das Wunder von Pölbitz . . . . . . . . . . . . 48
Liebe auf mexikanisch . . . . . . . . . . . . . . 52
Selbstporträt April 2019 . . . . . . . . . . . . . 57
Unterwegs im ganzen Jahr
Diverse Frühlingsgefühle . . . . . . . . . . . . . 63
Der Frühling kommt – aber wie ! . . . . . . . . 64
Frühlingszauber . . . . . . . . . . . . . . . . . 66
Balkontomaten haben’s gut . . . . . . . . . . . . 68
Vorfreude auf Kärnten . . . . . . . . . . . . . . 71
Herbstliches Kaleidoskop . . . . . . . . . . . . 73
Drachenschicksal . . . . . . . . . . . . . . . . . 75
Der Gipfelstürmer . . . . . . . . . . . . . . . . 77
Verschollen im Gebirge . . . . . . . . . . . . . 80
Walther von der Vogelweide . . . . . . . . . . . 82
Ötzi, der Mann aus dem Eis . . . . . . . . . . . 83
Besuch in den Trauttmansdorffer Gärten . . . . 86
Kirche Santa Maria in Trastevere . . . . . . . . 88
Kolosseum . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 90
Tanz durch die Stadt
Kleines Haus in großer Stadt . . . . . . . . . . 93
Das Glockenspiel vom Rathausturm . . . . . . 98
Großstadt-Frühling . . . . . . . . . . . . . . . 100
Starkregen in der Großstadt . . . . . . . . . . 102
Metamorphose . . . . . . . . . . . . . . . . . 104
Nur ruhig Blut . . . . . . . . . . . . . . . . . 106
Illusion in den Wolken . . . . . . . . . . . . . . 108
Pannenhilfe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 110
Der Osterspaziergang . . . . . . . . . . . . . . 112
Torschußpanik . . . . . . . . . . . . . . . . . 114
Vierundzwanzig Stunden Leben . . . . . . . . 117
Schnell ist ein Jahr vergangen
Vorrede in Reimen
Es beginnt ein jedes Jahr
mit dem kalten
Januar.
Schnee liegt ringsum auf den Feldern,
Kinder gehen mit den Eltern
im verschneiten Wald spazieren,
wo jetzt Fuchs und Hase frieren.
Auch die Hamster sind verschwunden,
sitzen in der Höhle unten,
wo es angenehm und warm ist,
was gesund für ihren Darm ist.
Dort verbringen treu und brav
sie den langen Winterschlaf.
Schnarchen hört man sie sogar.
Mindestens bis
Februar.
Jetzt beginnt der Karneval.
Alles geht zum Maskenball,
unentwegt ruft Mann wie Frau
teils „Allaaf“ und teils „Helau“,
und sie singen, tanzen, lachen –
für drei Tage sind sie Narren !
Jeder will was and’res sein,
schlüpft in ein Kostüm hinein,
weil es besser ihm gefällt
in der bunten fremden Welt.
Denen, die die uns’re bauten,
hält man vor, was sie versauten,
karikiert sie mit Vergnügen
in den Rosenmontagszügen.
Massig Bier gibt’s und Kamelle,
auch ein Küßchen auf die Schnelle –
ja, der Karneval hält fit ! Doch
plötzlich ist schon Aschermittwoch.
Alle Welt ist wieder nüchtern.
Kummer liegt auf den Gesichtern,
denn vorbei sind Spiel und Scherz.
Unversehens ist es
März.
Laue Winde blasen draußen,
damit naht der Lenz mit Brausen,
und vor allem kriegen nun
Gärtner allerhand zu tun:
graben, pflanzen, bißchen säen,
nach den ersten Blümchen sehen,
noch paar Tulpenzwiebeln stecken,
Frühjahrsschnitt an Baum und Hecken,
Zäune streichen, Platten legen,
und die Wege gründlich fegen:
hei, wie glänzt die eig’ne Scholle !
Jetzt kann kommen, was da wolle,
denkt der Gärtner froh und still.
Und schon kommt er – der
April.
Der will jetzt die Erde segnen,
deshalb läßt er’s erst mal regnen
und manchmal noch obendrein
auch ein kleines bißchen schnei’n.
Wenn jedoch – was auch gescheh’n kann –
wir die liebe Sonne seh’n, dann
wärmen Igel ihre Bäuche.
Und der Mensch übt Osterbräuche.
Papa, ein geschickter Mann,
streicht die Eier farbig an,
die die Kinder später suchen.
Mama bäckt den Osterkuchen.
Tochter holt das Osterwasser
und ist danach etwas blasser
um die Nase und die Wangen.
Und sie denkt voll Angst und Bangen:
Hoffentlich ist es vorbei
in vier Wochen. – Dann ist
Mai.
Der beginnt – was jeder mag –
gleich mit einem Feiertag.
Demonstrieren ? Transparente ?
Diese Zeit ist längst zu Ende.
Nein, hinaus zu Mutter Grün
sieht man die Familien zieh’n.
Heißa, wie der Auspuff knattert,
wie die alte Möhre rattert !
Lautstark dröhnt das Radio,
Kinder kreischen sowieso,
Hund hetzt ins Gebüsch hinein:
Bello, such das kleine Schwein !
Mit dem Mountainbike geht’s dann
kreuz und quer durch Busch und Tann.
Keiner weiß, warum grad’ hier
so ein dummes Igeltier
irgendwas zu suchen hat …
Schade drum – jetzt biste platt !
Auch der Bello war nicht faul,
trägt ein Eichhörnchen im Maul,
bellt vor Freude, daß es schallt …
Ach, wie herrlich ist’s im Wald !
Deshalb läßt zu seiner Zier
man das Butterbrotpapier,
Eierschalen, Rest vom Kuchen,
liegen zwischen Busch und Buchen.
Alles das sieht aus der Ferne
Opa Ebs. Er sieht’s nicht gerne,
darum spricht in ernstem Ton
er zu seinem Enkelsohn:
Lieber Jakob, so ’was tu nie !
Nicht im Mai, und nicht im
Juni.
Der beschert uns auch ein Fest,
das jedoch recht kalt uns läßt,
denn bekanntlich sind zu Pfingsten
die Geschenke am geringsten.
Gelder, die man dadurch spart,
braucht man für die Ferienfahrt,
denn es lautet ein Beschluß,
daß man Urlaub machen muß,
wenn man fast ein ganzes Jahr
pünktlich und auch fleißig war.
Schließlich gibt’s unheimlich viele
lohnenswerte Urlaubsziele,
die per Auto, Flugzeug, Bahn
man ganz gut erreichen kann:
Garda- und Scharmützelsee,
Sankt Egidien, Saint Tropez,
Rügen und die Malediven,
Pisa mit dem Turm, dem schiefen,
Penig, Pasewalk, Paris …
Hauptsache ist einzig dies:
Gerne sieht man dich als Gast,
wenn du nur viel „Kohle“ hast. –
Kaum zurück, erholt und braun,
ist man bald schon wieder down.
Jeder Tag ist voller Hast,
jede Arbeit wird zur Last,
weil man schuftet wie ein Kuli.
Mensch, ich freu’ mich auf den
Juli.
Denn da kann die Sonne scheinen
wie sie will. Ich stelle meinen
schönen Fernsehapparat
mir beizeiten schon parat,
und dann schau’ ich wie in Trance
Tag für Tag die Tour de France.
Diese Jungs bewund’re ich !
Und im Geist ermunt’re ich
jedes kleine Spitzenfeld,
daß es sich recht lange hält.
Heute machte Jacques Carron
sich zwar zeitig schon davon,
doch der Belgier Duysenquaste,
der die Lage schnell erfaßte,
stiefelte flugs hinterher
und hat Bolzer wie de Beer,
Tripolani und van Hoogen
auch gleich mit nach vorn gezoogen.
Aber in den Pyrenäen,
na, da werden wir’s schon sehen …,
denk’ bei einem Gläschen Bier ich.
Denn die Berge, die sind schwierig,
weshalb sie in jedem Rennen
stets die Spreu vom Weizen trennen.
Schließlich sind zum Schluß – man kennt’s –
glücklich alle Radsport-Fans,
denn es war – Gott sei’s gelobt –
nicht ein einziger gedopt.
Na, das hat man doch gewußt !
Und dann ist auch schon
August.
...
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