WO EINST DAS LAND DER KOHLE WAR
Mit diesem Roman ist Buchwald ein Finale eigener Art gelungen. Nach einem zeitlichen Abstand von zirka fünfundzwanzig Jahren thematisiert er die rasanten Veränderungen von Mensch und Umwelt, indem er mögliche Werdegänge, Krisen, Umbrüche und Neuanfänge von einigen der ehemals jugendlichen Protagonisten darstellt. Dabei beleuchtet er viele Probleme der Neuzeit aus verblüffenden Blickwinkeln, stellt unerwartete Beziehungen her und lässt dabei immer wieder das pralle Leben tanzen, zwischen Scheitern und Erfolg, Hass und Liebe, Schmerz und Lust, Schatten und Licht. Seine Bühne bildet diesmal insbesondere die Region am südlichen Rand von Leipzig, und wer die drei vorangegangenen Bücher gelesen hat, wird sich freuen, so mancher altbekannten Figur wieder zu begegnen.
ISBN 978-3-942469-31-9, 640 S., 2. Aufl.
Obwohl es nie meine Absicht gewesen war, einen Nachfolgeroman zur KOHLE-Trilogie zu verfassen, begann ich eines Tages wie aus heiterem Himmel loszuschreiben und das vorliegende Buch entstand in wenigen Monaten. Anhand der erzählten Szenen wollte ich viele Themen der Neuzeit fast gleichzeitig aufgreifen, dabei aber immer den Unterhaltungseffekt verfolgen, der sich meiner Auffassung nach durch ein gutes Buch ziehen muss.
Der Kenner der KOHLE-Trilogie wird einige alte Bekannte darin wiederfinden; manches mag ihn überraschen, manches vielleicht sogar befremden. Trotzdem möchte ich noch einmal betonen: Irgendeine Ähnlichkeit der agierenden Figuren mit tatsächlich lebenden Personen ist Produkt einer möglicherweise verstiegenen Interpretation des jeweiligen Lesers.
An dieser Stelle möchte ich ebenfalls davor warnen, bestimmte – beispielsweise esoterische* – Tendenzen als Botschaft des Buches herauslesen zu wollen. Mit den Romanepisoden habe ich einzig die Absicht verfolgt, bestimmte Entwicklungen deutlich zu machen, die ich meinte, kurz nach der Jahrtausendwende insgesamt beobachten zu können. Mit der Landschaft und den in ihr lebenden Menschen sind erhebliche Veränderungen vorgegangen, deren Prozesse noch längst nicht abgeschlossen sind. Deshalb sollten die Akteure des Romans keinesfalls überbewertet werden.
Du bist, was du in der Gegenwart bist. Lass die Vergangenheit zurück, trag keine Schuld mit. Merze jede Sehnsucht nach der Zukunft aus. Bereite dich vor, für deine Entwicklung zu arbeiten bis zum letzten Augenblick deines Lebens. … Wenn du siegen willst, lerne zu scheitern. Bestimme dich nie durch das, was du besitzt. Sprich nie von dir, ohne dir die Möglichkeit zu gewähren, dich zu verändern. Denk daran, dass du nicht als einzelner existierst, dass das, was du tust, alle tun. Nur wenn du akzeptierst, dass nichts dein ist, wirst du Herr über alles sein. Werde ganz Hingabe. Gib, aber verpflichte nicht zu nehmen. Lass niemanden Schuld spüren, du bist an dem beteiligt, was geschieht. Hör auf zu verlangen und beginne zu danken. Nimm an, um zu teilen.
Alejandro Jodorowsky
Ein überraschendes Wiedersehen
Nachdem das Jahrtausend sich gerundet hatte und so manche Weltuntergangsvorhersagen vertagt worden waren, spürte man, dass die Zeiten sich schneller wandelten, die Fernseh- und Kinobilder hastiger wechselten und die Rhythmen der neuzeitlichen Musik hektischer trommelten. Unaussprechliche Geschehnisse lagen in der Luft, dröhnten dumpf aus den Tiefen der Erde, peinigten die Ahnungen der Sensitiven. Astrologen blätterten in den uralten Kalendern der Maya, während die Wissenschaftler, die die Dinge nüchterner betrachten wollten, sich darauf beschränkten, das erschütternde Szenario einer schwer abzuwendenden und alles umwälzenden Klimakatastrophe zu beschwören. An keiner Stelle ließ sich mehr verleugnen, dass der Äon zunehmend aus dem Ruder lief.
In Grönland gediehen Feldblumen und Speisemöhren, während Schnee in Spanien keine Seltenheit mehr darstellte. Das einstmals gefürchtete sozialistische Weltsystem mit seinem gewaltigen Bombenvorrat war kläglich zusammengebrochen und die Globalgeneräle mühten sich redlich und verzweifelt, eine neue Achse der Bösen zu errichten, denn sie bedurften dringend neuer Feinde. Allenthalben flöteten die Rattenfänger, um die unübersehbaren Scharen der Irregeleiteten an sich zu ketten. Darüberhinaus litt und blutete der blaue Planet aus tausend Wunden.
Doch obwohl ihm täglich neue geschlagen wurden, begannen einige davon allmählich zu heilen.
Im Süden der unbekümmerten Messemetropole Leipzig war Wasser in ein tiefausgeschürftes Becken geströmt, aus dem man wenige Jahre zuvor gierig Braunkohle zutage gefördert hatte. Gelb, eisenhaltig und hart war das frische Nass, und doch besaß es die Kraft, das Leid der Erde zu lindern und neues Leben in einer zur Wüste entstellten Landschaft entstehen zu lassen. Obwohl zahlreiche Zugangswege noch von Verbotsschildern strotzten, zog der Zentimeter um Zentimeter ansteigende Wasserspiegel des wachsenden Sees täglich die Scharen der Neugierigen an. Mit Fahrrädern und Hunden kamen sie daher, zumeist aber zu Fuß, und sie träumten bereits von der künftigen Gestalt dieses Landstriches. Wohl hatten die Menschen im Osten Deutschlands inzwischen begriffen, dass nicht hinter jeder Mauer ein Paradies lauerte, aber einige von ihnen glaubten dennoch hartnäckig, dass ein solches wachsen könne, wenn man eine Ödnis lange genug bewässerte.
Einer der Wanderer, die an einem sonnigen Junitag die inzwischen freigegebenen Ufer des neu entstandenen Gewässers erkundeten, blieb beeindruckt und sichtlich amüsiert stehen, als er beobachtete, wie ein Mann im mittleren Alter, dem es das sumpfige Gelände eines ufernahen Teiches angetan hatte, sich mühte, ein Paar Sandalen aus dem schlammigen Boden zu ziehen. Der Pechvogel war ziemlich tief eingesunken und musste nun zusehen, wie er eine Stelle fand, die fest genug schien, um wenigstens kurze Zeit bequem darauf stehen zu können. Der untere Teil seiner Jeans und die nackten Füße wiesen unübersehbare Spuren eines bereits länger andauernden Kampfes mit dem feuchten Untergrund auf.
„Kann ich helfen?“, bot der Hinzugekommene schließlich an. „Diese Gegend betritt man auf eigene Gefahr.“
Der Mann im Schlamm blickte auf, eine seiner befreiten Sandalen in der Hand.
„Ein Brett wäre ideal“, erwiderte er lachend. „Hab als Kind schon Erfahrungen in dieser Richtung gemacht und weiß das, aber hier ist ja weit und breit keins.“
„Ich würde es mit dem breiten Stein dort versuchen. Ein kleines Stück nach links, ja genau! Der hält, stimmts?“
„Danke, ja!“ Der Waghalsige, der bereitwillig den Anweisungen des Beobachters Folge leistete, fühlte tatsächlich neuen Halt. Von seinem somit erreichten Standpunkt aus ließ er sich auf die Knie nieder und zog so die andere Hälfte seiner beinahe verlorenen Fußbekleidung aus dem aufgeweichten Boden.
„Geschafft!“
„Sind Sie von hier?“, fragte der Ratgeber. „Kennen Sie sich aus?“
„Wenn ich mich wirklich auskennen würde, wäre ich vielleicht nicht hier abgegangen“, versetzte der Mann auf dem Stein, indem er sich aufrichtete und denjenigen genauer betrachtete, der ihn in dieser peinlichen Situation ertappt hatte. Ihm schien, als habe er den Fremden schon einmal gesehen, konnte sich jedoch beileibe nicht erinnern, wo oder wann.
„Ich wohne tatsächlich nicht sehr weit entfernt, das haben Sie gut erkannt“, fuhr er nichtsdestoweniger fort. „Das bewahrt mich leider nicht davor, gelegentlich vom Weg abzukommen.“
„Leipziger?“
„Ja, aber ich bin zugewandert sozusagen. Damals, als sie die Dörfer im Süden weggebaggert haben. Freue mich, dass jetzt wenigstens Seen aus der Mondlandschaft werden.“
Vorsichtig setzte er einen Fuß vor den anderen. Nun sank er nur noch wenige Zentimeter ein und konnte sich dem Frager nähern. Dieser war augenscheinlich älter, wovon die zahlreichen grauen Haarpartien an seinen Schläfen Zeugnis ablegten.
„Was mich betrifft, so bin ich erst vor ein paar Wochen nach Markkleeberg gezogen. Noch kenne ich kaum ein paar Leute, aber bei mir geht das schnell. Ich bin Pfarrer.“
Dieses unmittelbare Bekenntnis überraschte den Jüngeren. Prüfend musterte er sein Gegenüber und schien ein wenig verlegen zu sein.
„Das hätte ich jetzt nicht vermutet“, sagte er langsam. „Jedenfalls gucken Sie nicht gerade geistlich.“
Der Graumelierte lachte.
„So was hat mir noch keiner gesagt“, gab er zu. „Kann man das am Blick erkennen?“
„Ich merke inzwischen manches, was ich früher nicht mitgekriegt habe“, erklärte der Jüngere verschwommen. „Noch bin ich ja in der Kirche, noch!“
Inzwischen war er sich vollkommen sicher, dass er diesen Pfarrer kannte. Einzig dessen kurze Haare hatten ihn irritiert.
„Wäre es möglich, dass Sie Schlegel heißen, Harald Schlegel?“
Die Augen des Graumelierten blitzten auf.
„Eine hauptpreisverdächtige Schlussfolgerung“, räumte er verwundert ein. „Aber woher…?“
„Ich bin Thomas Kowalski“, offenbarte sich der Bodentester nun und streckte seine Hand aus. „Der älteste Sohn von Hartmut Kowalski aus Persewitz. Ich bin mal Ihr ,Assistent‘ gewesen in Ungarn.“
„Ich denk’, mich streift ’ne Lok!“, rief der Pfarrer aus. „Thomas! Ich werd’ verrückt! Und wir waren damals auf Du, stimmt's? Dabei bleibt’s, würde ich doch sagen! Tut mir leid, dass ich dich nicht gleich erkannt habe! Es gibt einfach zu viele Gesichter in meinem Gedächtnis und ich brauche manchmal eine Weile, bis ich sie zuordnen kann.“
Kräftig schüttelten sich die Männer die Hände. Danach umarmte der Ältere den Jüngeren, obwohl dieser sich ein wenig scheu und abwartend verhielt.
„Wahnsinn!“, wiederholte der Graumelierte immer wieder. „Der reinste Wahnsinn! Bin kaum ein paar Tage wieder hier in der Gegend und schon treff ich alte Bekannte! – Was hast du denn heute noch vor? Ich lad dich ein, gleich jetzt, zu mir in die Wohnung oder in irgendeine Kneipe, was dir lieber ist!“
Thomas blickte verlegen an dem Pfarrer vorbei.
„Eigentlich wollte ich meine Frau noch besuchen“, murmelte er. „Die liegt nämlich gerade im Krankenhaus. Vielleicht ist sie ja morgen wieder zu Hause und ich kann bloß hoffen, dass es nichts Schlimmes ist. Was mit dem Magen eigentlich nur, aber es ist eben wochenlang nicht besser geworden und da wollten sie ein paar Untersuchungen machen. – Na ja, heutzutage ist es mit den Zeiten nicht mehr streng, ich kann auch abends kommen.“
„Arbeitest du nicht?“
„Gute Frage!“ Thomas verzog sein Gesicht. „Bin entlassen, eigentlich erst seit ein paar Tagen raus. Der Brief kam schon voriges Jahr, die haben mir noch acht Monate ,Karenzzeit‘ gestattet. Aber jetzt bin ich richtig voll zu Hause.“
„Oha!“ Der Pfarrer pfiff durch die Zähne. „Entlassen und die Frau im Krankenhaus! Das ist ein ordentlicher Hammer!“
„Wie man’s nimmt!“ Thomas winkte ab. „Das kann allemal was Harmloses sein mit Monika. Die wollen zwei, drei Tage lang untersuchen. Muss vielleicht irgendwelche Tabletten nehmen und dann ist es gut. Wie es für mich weitergehen soll, arbeitsmäßig, da mache ich mir mehr Gedanken.“
„Habt ihr Kinder?“
„Sohn und Tochter. Sind nicht mehr so ganz klein“, berichtete der Jüngere nickend. „Aber ich denke, ich nehme deine Einladung an. Da kann ich in aller Ruhe erzählen.“
„Wenn du Lust hast, komm mit in meine Wohnung“, ermunterte ihn Harald erneut, bevor er sich zum Gehen anschickte. „Ich kann dich dann nach Hause fahren, falls du…“
„In Großzschocher ist das, nicht weit“, fiel ihm Thomas ins Wort und setzte sich ebenfalls in Bewegung. „Ich bin schon ab und zu mal hier, den See würde ich schon wie meine Westentasche kennen, wenn ich eine hätte. Wollte heute die Randgebiete erkunden, aber du siehst ja, was dabei rausgekommen ist..“
„Gibt es einen Plan für den See, für die Strände?“
Die fragenden Blicke des Pfarrers wanderten erneut hinüber zu dem staubigen Uferweg.
„Keine Ahnung“, meinte Thomas schulterzuckend. „Oder bloß nebelhaft. In Markkleeberg gibt’s Normalstrand, EffKaKa-Strand und Hafen und da vorn, das soll wohl der Hundestrand sein. Die ganze Seite hier bis Knauthain runter und weiter ist frei für alles, schätze ich, wild. Schon lange vor der offiziellen Eröffnung machen die Leute, was sie wollen, baden, grillen, zelten, mit oder ohne, wie’s ihnen einfällt. Soviel ich weiß, hat da bisher niemand was gesagt. Voriges Wochenende war ich zuletzt drin im Wasser, aber es ist noch mächtig hart irgendwie.“
„Für mich ist das interessant“, sagte Harald. „Jeder See, der hier entsteht, wird entscheidende Veränderungen für alle bringen, die in seiner Nähe leben.“
„Tatsächlich?“, erwiderte Thomas, den diese Aussicht keineswegs beeindruckte. „Seit Neunundachtzig verändern wir uns ständig, man kann sich dran gewöhnen. Ich jedenfalls bin da gar nicht mehr rausgekommen. Irgendwann hat der Mensch auch mal ein bisschen Ruhe verdient.“
Der Pfarrer schwieg und ließ seine Schritte weiter ausgreifen. Es war ihm anzumerken, dass ihn die Begegnung außerordentlich beschäftigte.
„Da vorn der Turm, das ist die Bistumshöhe“, beschrieb Thomas weiter. „Ist auch noch ziemlich neu. Sind ein paar Kilometer von hier bis dorthin, die Sicht täuscht. Aber es lohnt sich: ein Super-Aussichtspunkt. Bei schönem Wetter kann man mindestens bis Pegau rüber gucken.
„Hmm“, machte Harald und antwortete auch darauf nicht.
Mehrere Fahrräder jagten in unbeschreiblichem Tempo an ihnen vorüber. Für einen Augenblick erschrocken, blieben beide Männer stehen.
„An Tagen wie heute ist eben mehr Betrieb“, meinte Thomas erklären zu müssen. „Die kommen schon aus der ganzen Stadt hier raus.“
Doch Harald fragte plötzlich nach ehemaligen Bewohnern von Persewitz oder Bredorf. Ob noch mehr von ihnen in Leipzig lebten oder sich vielleicht gelegentlich trafen.
Sie gingen weiter.
„Selten, dass man mal jemandem begegnet“, antwortete Thomas nach einigen Sekunden des Nachdenkens. „Ich bin erst zu zwei Klassentreffen gewesen, das letzte war vor zwei Jahren. Es heißt, dass die Abgebaggerten sich ebenfalls in regelmäßigen Abständen zusammenfinden, aber da bin ich noch nicht ein einziges Mal hingefahren.“
„Interessieren sie dich nicht mehr?“
Die Neugier des Zugezogenen kannte keine Grenzen. Thomas, der schon seit längerem auf Abstand zur Kirche achtete, fragte sich, ob der Mann eine Absicht damit verfolgte.
„Das kann man nicht sagen“, antwortete er vorsichtig. „Ich hatte mit meinen eigenen Angelegenheiten ziemlich viel zu tun, vor allem solange die Kinder noch nicht aus dem Gröbsten raus waren.“
„Erinnerst du dich noch an Gabi?“ Harald blieb für einen Augenblick stehen.
„Na klar.“ Thomas nickte und hielt ebenfalls inne. „Wie geht’s ihr denn?“
„Den Umständen entsprechend gut, würde ich sagen. Sie lebt noch in Altenburg, wo sie damals hingezogen ist. Gerade eben ist sie wieder mit einem Mann zusammen, frag mich nicht, mit dem wievielten. Wahrscheinlich konnte sie auch keine Kinder kriegen, aber heutzutage ist das möglicherweise ein Segen. Sie führt einen Frisörsalon und der läuft ganz gut, soviel ich weiß.“
Der Pfarrer wandte sich zum Weitergehen.
„Die ganze Zeit schon oder erst jetzt?“ Thomas spürte, dass er sich darüber freuen würde, die einstige Schulkameradin wiederzusehen.
„Sie hat die Chance genutzt damals“, berichtete Harald. „Gleich noch im Oktober Neunzehnneunzig. Bis dahin hatte sie sich recht und schlecht durchgeschlagen, als ,Gesellin‘, um es mal so zu nennen. Aber sie hält es sowieso nicht aus, wenn ihr jemand dauernd sagt, wo es lang gehen soll. Ich denke, sie versteht ihr Handwerk.“
„Sie kann höchstens von sich selber entlassen werden“, bekräftigte Thomas. „In der Hinsicht hat sie’s gut.“
„Jedenfalls solange Kunden kommen“, ergänzte der Pfarrer. „Ich kann dir gerne ihre Adresse mal geben, wenn du möchtest. Zu Klassentreffen ist sie nie gefahren und ich schätze, das wird sie auch in Zukunft nicht.“
Der ausgetretene Pfad, dem die beiden Männer folgten, führte sie unmittelbar zum Kees’schen Park in Markkleeberg. Obwohl die einstmals gepflegten Anlagen nun einigermaßen verwildert aussahen, bot der Schatten, den die alten Bäume warfen, eine willkommene Abkühlung.
„Du wohnst also jetzt hier drüben?“ Allmählich wuchs Thomas’ Neugier. „Mit deiner Frau zusammen?“
Harald schüttelte den Kopf.
„Ein paar Straßen müssen wir schon noch gehen“, erwiderte er ruhig. „Und ich bin alleine. Elvira ist vor vier Monaten gestorben. Verkehrsunfall, aber wenn du mich fragst: Sie wollte es so.“
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