Eberhard Figlarek
TIERE WIE DU UND ICH
ISBN 978-3-942469-95-1, 88 S.
TIERE WIE DU UND ICH
In dieser vergnüglichen Zusammenstellung widmet sich Eberhard Figlarek ausschließlich der Tierwelt zu Lande, zu Wasser und in der Luft. Nicht nur ein vielfältiges Spektrum vierbeiniger, geflügelter und flossenbesetzter Wesen bezieht er ein, sondern benutzt dabei auch verschiedene Gattungen der traditionell-poetischen Schule. Für Leser, die den Dichter bereits kennen, ist dieser Band unverzichtbar, denn neben Maria Wickleders liebevollen Illustrationen enthält er nicht nur spritzige Balladen, sondern auch zahlreiche Limericks und Schüttelreime.
ISBN 978-3-942469-95-1, 88 S.
Inhalt
Keiner lebt für sich allein . . . . . . . . . . . . . . 9
Das Tier in Haus und Hof . . . . . . . . . . . . . . 15
Solo für ein Trio . . . . . . . . . . . . . . . . . 17
Stubentiger, etwas gealtert . . . . . . . . . . . . 19
Unterkühlt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19
Leinenzwang . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20
Hunde, wollt ihr ewig leben ? . . . . . . . . . . 21
Gefahr im Kuhstall . . . . . . . . . . . . . . . . 21
Unglückszahl . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 22
Saisonarbeiter . . . . . . . . . . . . . . . . . . 22
Kau, Girl ! . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23
Verarmt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23
Verregnetes Vergnügen . . . . . . . . . . . . . . 24
Tierliebe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 25
Guten Appetit ! . . . . . . . . . . . . . . . . . 25
Abartig . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 25
Bestrafte Begierde . . . . . . . . . . . . . . . . 26
Abschiedsvorstellung . . . . . . . . . . . . . . . 28
Treuer Gehilfe . . . . . . . . . . . . . . . . . . 28
Fehl am Platz . . . . . . . . . . . . . . . . . . 28
Das Tier in Wald und Feld . . . . . . . . . . . . . . 31
Bibers Leid . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 33
Vor Ostern . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 36
Pssst ! . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 37
Ewige Jugend . . . . . . . . . . . . . . . . . . 37
Dankbarkeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 37
Märchenhaftes Verlangen . . . . . . . . . . . . 38
Durchschaut . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 38
Bitte, bitte, küß mich … . . . . . . . . . . . . . 38
Störenfried . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 39
Ballettmeister . . . . . . . . . . . . . . . . . . 39
Vorsicht . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 40
Jagdfieber . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 40
Das Tier zu Wasser und in der Luft . . . . . . . . . . 43
Der Storch . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 45
Lustlos . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 45
Engpaß . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 46
Edelkomparse . . . . . . . . . . . . . . . . . . 46
Wasserspieler . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 46
Tanzlehrer gesucht . . . . . . . . . . . . . . . . 47
Erzwungene Eleganz . . . . . . . . . . . . . . . 47
Entgangene Mahlzeit . . . . . . . . . . . . . . 48
Vorteil der Fettleibigkeit . . . . . . . . . . . . . 49
Verständlicher Wunsch . . . . . . . . . . . . . 50
Verschollen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 51
Igittigitt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 51
Unglaublich . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 51
Besser ist besser . . . . . . . . . . . . . . . . . 52
Schöner Schein . . . . . . . . . . . . . . . . . 52
Gruß aus dem Altersheim . . . . . . . . . . . . 52
Das Tier im Zoo . . . . . . . . . . . . . . . . . . 55
Evolution . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 57
Extrem bequem . . . . . . . . . . . . . . . . . 57
Schlagfertig . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 58
Glück gehabt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 59
Gut getroffen . . . . . . . . . . . . . . . . . . 59
Immer auf Posten . . . . . . . . . . . . . . . . 59
Im Stahlnetz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 60
Verpfuscht . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 60
Verkehrte Welt . . . . . . . . . . . . . . . . . . 60
Zu cool . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 61
Geckenhaft . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 61
Mut zur Liebe . . . . . . . . . . . . . . . . . . 61
Afrika-Spiele . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 62
Auf der Schaukel . . . . . . . . . . . . . . . . . 62
Multitalent . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 62
Denkwürdige Begegnung . . . . . . . . . . . . 63
Lebedame . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 63
Seitensprung mit Folgen . . . . . . . . . . . . . 63
Unwirtliche Umgebung . . . . . . . . . . . . . 64
Tod im Tierpark . . . . . . . . . . . . . . . . . 64
Fehltritt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 64
Mangelnde Begabung . . . . . . . . . . . . . . 65
Erfolglos . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 65
Vergebliche Hoffnung . . . . . . . . . . . . . . 65
Im goldenen Käfig . . . . . . . . . . . . . . . . 66
Das Tier, das kreucht und fleucht . . . . . . . . . . . 69
Verhängnisvoller Antrag . . . . . . . . . . . . . 71
Vergebliches Lamento . . . . . . . . . . . . . . 72
Unerwünschtes Haustier . . . . . . . . . . . . . 73
Klein – aber fleißig . . . . . . . . . . . . . . . . 73
Geschäftstüchtig . . . . . . . . . . . . . . . . . 74
Schuster gesucht ! . . . . . . . . . . . . . . . . . 74
Sprichwörtliche Liebelei . . . . . . . . . . . . . 75
Pfiffige Schwätzer . . . . . . . . . . . . . . . . 75
Stille Genießer . . . . . . . . . . . . . . . . . . 76
Ungemütlich . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 76
Rauswurf . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 76
Unschlüssig . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 77
Zartes Gemüt . . . . . . . . . . . . . . . . . . 77
Sansibar so oder so . . . . . . . . . . . . . . . . 78
Das Raubtier . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 81
Brunos letzte Reise . . . . . . . . . . . . . . . . 83
Zweifelhaftes Dasein . . . . . . . . . . . . . . . 84
Selbstherrlich . . . . . . . . . . . . . . . . . . 84
Maulheld . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 84
Erfolglose Jagd . . . . . . . . . . . . . . . . . . 85
Klimawandel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 85
Kursverlust . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 85
Herrn Wolfs Trauma . . . . . . . . . . . . . . . 86
Keiner lebt für sich allein
Mensch und Tier haben seit jeher eine innige Beziehung zueinander. Schon seit tausenden – ach, was sag’ ich: seit hunderttausenden von Jahren. Der Grund dafür ist, daß die Menschen – wie wir seit Darwin wissen – von den Tieren abstammen. Genauer gesagt, von den Primaten, den Menschenaffen. Was sich so abgespielt haben könnte, daß sich aus einem Schimpansen-Rudel ein kräftiges Männchen erhob, das in der Woche vorher gerade das Feuerzeug, das Rad sowie den Lendenschurz erfunden hatte, sich dehnte und streckte, bis es auf zwei Beinen halbwegs vernünftig stehen konnte, sich mit einem zum scharfen Messer geschliffenen Feuerstein (der später nach einigen Veränderungen in Material und Design als Rasiermesser in die Kulturgeschichte einging) den überwiegenden Teil der Körperbehaarung vom Leib schabte und zu seinen staunenden Mitschimpansen die Worte sprach: „Ich bin ab sofort kein Schimpanse mehr, sondern der homo erectus.“
Die Affen nahmen’s gelassen, obwohl sie nicht wußten, was er eigentlich damit meinte. Aber sie freuten sich der willkommenen Abwechslung in ihrem Affenleben. „Sieh da – ein Mensch ! Primatus, der Erfinder, war es ! “, jubelten sie sich gegenseitig zu, was in dem bis dahin einzig gebräuchlichen Schimpansendialekt eher wie „Ecce homo ! Primus inter pares ! “ klang. Mangels geeigneter Übersetzungsmöglichkeiten wurden diese Rufe Jahrtausende später unredigiert in den Sprachgebrauch der römischen Aristokratie übernommen und sind auch heute noch für Absolventen höherer Bildungsanstalten ein beliebter Nachweis für das dort erworbene Große Latinum.
Wie es mit dem nunmehr vermenschlichten Ausbrecher aus der Affenbande weiterging, ist schnell erzählt. Nachdem er eine ihm einigermaßen ebenbürtige Frau längere Zeit gesucht, schließlich aber doch noch gefunden hatte, vermehrte sich die Menschheit unkontrolliert und schnell und breitete sich mit blitzartiger Geschwindigkeit über den gesamten Erdball aus. Wo immer sich die Menschen – inzwischen mutiert zum homo sapiens – aber niederließen, trafen sie auf Lebewesen, denen sie zwar nicht immer an Masse und Kraft, wohl aber an Klugheit und List überlegen waren. Jene nannten sie Tiere und nutzten ihren evolutionär erworbenen, höheren IQ dazu, eben diese zu fangen und dann entweder zu schlachten und zu verspeisen (anfangs Mammut, später überwiegend Wildschwein, Rind, Hirsch, Fische, in China auch Hund ), oder sich zu unterwerfen und dienstbar zu machen (Pferd, Hund, Ochse, Esel ). Manche fingen sie nur ihrer Schönheit wegen (Schmetterling), oder um sie in Zoos und Tiergärten anderen Menschen vorzuführen (Elefant, Tiger & Co.).
Da die Menge der Tierarten, -familien, -gruppen, -stämme und dergleichen im Laufe der Zeit ins Uferlose auszuwachsen drohte, erwies es sich schon nach wenigen zehntausend Jahren als notwendig, die Tierwelt so gut es ging zu erfassen, zu systematisieren und zu katalogisieren, um damit dem Tierfreund einen möglichst umfassenden Überblick über das Tierreich zu geben. Am besten gelang dies Herrn Alfred Brehm, der mit seinem mehrbändigen Thierleben eine Enzyklopädie schuf, in der er die gesamte Entwicklung des tierischen Lebens darstellte, angefangen bei den Einzellern über Amöben, Krebse, Lurche, Insekten und Kloakentiere bis zu den Rüsseltieren, Unpaarhufern und Affen, aus denen schließlich der Mensch … Aber das hatten wir ja schon.
Brehms Tierleben erfreute sich (und erfreut sich bis heute) weltweit großer Beliebtheit, und sehr bald wurde es Brauch, die darin verzeichneten tierischen Eigenschaften auf die Menschen zu übertragen. Der liebgewordene Freund oder sympathische Kollege zum Beispiel ist bienenfleißig; einer erledigt seine Arbeiten wieselflink, der andere im Schneckentempo; die Angebete blickt sanft wie ein Reh, wohingegen die Dame, bei der man abgeblitzt war, eher Kuhaugen hat oder sich als dürre Ziege oder dumme Gans herausstellte. Auch der Nachbar, den man noch nie recht leiden mochte, kommt nicht gut weg. Daß er ein rechtes Trampeltier ist oder sich wie ein Elefant im Porzellanladen benimmt, ist noch das geringste, was ihm an Schlechtigkeiten angehängt wird. Kräftiger in der Aussage sind da schon Ausdrücke, die ihn als dummes oder dämliches Schwein kennzeichnen und seine Frau als blöde Kuh. Lackaffen und Angsthasen sind sowohl bei Affenhitze anzutreffen, aber auch, wenn es draußen saukalt ist. Manche unserer vier- und mehrbeinigen Freunde haben es sogar zu literarischem Ruhm gebracht (Biene Maja, Pu der Bär, Fridolin, der freche Dachs) und an einem Flossenträger kam selbst Hollywood nicht vorbei (Der weiße Hai). Eine Menge Beispiele wären noch anzuführen, die belegen, daß irgendwelche Tiere in den unterschiedlich-sten Bereichen unseres Lebens präsent sind. Verwunderlich ist das nicht, denn schließlich umgeben sie uns ja überall. In Wohnungen und in freier Wildbahn sind sie zu finden, in unseren Klimagebieten und in fernen Ländern, auf dem Land, zu Wasser und in der Luft …
Womit ich nun schon einige unserer Gefährten, mit denen wir mehr oder minder gute Nachbarschaftsbeziehungen pflegen, vorgestellt habe, auf die ich jedoch in diesem Büchlein deutlicher eingehen möchte. In „meinem“ Tierreich tragen nicht wenige der Protagonisten menschliche Eigenschaften, oder sie treten insgesamt ein wenig anders auf als ihre natürlichen Artgenossen.
Sie können reden, schreiben, sich ärgern, feine Klamotten tragen, Zeitung lesen, ihre Produkte verkaufen … Und bei allem, was sie tun, hoffen sie, daß ihr Verhalten zumindest ein kleines Lächeln auf den Gesichtern der Lesenden hervorruft. Dann nämlich könnten auch sie sich darüber freuen, daß ihre Absicht ihren Zweck erreicht hat. Denn schließlich sind auch sie Tiere wie du und ich.
Chemnitz, im Februar 2020 Eberhard Figlarek
Das Tier in Haus und Hof
Die Überschrift ist eigentlich irreführend, aus mehreren Gründen. Denn die wenigsten der Leute, die ich kenne und die als potentielle Leser dieses Büchleins in Frage kommen, besitzen ein Haus, sondern sie haben bestenfalls eine Wohnung gemietet. Deren Größe richtet sich nicht unbedingt nur nach den Einkommensverhältnissen der Mieter, sondern beispielsweise auch nach deren Alter, der Freude beziehungsweise Abneigung dem Putzen gegenüber, dem Familienstand und – last but not least – nach der dem Menschen innewohnenden Tierliebe.
Bekanntlich ist ja in der kleinsten Hütte Raum für ein glücklich liebend’ Paar. Oftmals aber passen auch noch Hund und/oder Katze, Meerschweinchen und/oder Goldhamster, Wellensittich und/oder Goldfisch mit hinein. So daß diese, sowie weitere Spiel- und Kleintiere eigentlich Wohnungstiere sind, und nicht, wie allgemein tituliert, Haus tiere.
Ähnlich verhält es sich mit den Tieren, die angeblich auf dem Hof leben, womit natürlich ein bäuerliches An-
wesen gemeint ist. Das aber hat bekanntlich außer dem Wohnhaus und einer Scheune auch die unterschiedlichsten Stallungen. Dort lebt des Bauern Tierbestand, sofern er sich nicht gerade auf der Weide (Rinder), beim Schlachter (Schwein) oder zu Frondiensten auf dem Acker (Pferd) befindet.
Diese und noch eine ganze Anzahl weiterer Tiere (Schafe, Ziegen, Hühner, Gänse usw.) müßten also der Logik nach Stall- und nicht Hof tiere heißen.
Aber nun sagen Sie doch mal selbst:
Wenn dieses Kapitel Das Tier in Wohnung und Stall hieße – klänge das nicht entsetzlich ? Bei Haus und Hof weiß man doch wenigstens, woran man ist.
Solo für ein Trio
Oma hat zu Haus’ drei Katzen,
das sind süße kleine Fratzen,
haben Pfötchen, keine Tatzen,
wollen schmusen und nicht kratzen.
Und sie wollen gutes Fressen.
Whiskas kannste glatt vergessen.
Leber – die ist angemessen !
(Bitte nicht zu knapp bemessen !)
Katzen, sagt man, müssen nett sein,
dürfen aber nicht zu fett sein,
schlüpfen dann und wann ins Bett rein,
und man hört sie im Terzett schrei’n.
Leider fehlt auf diesem Bilde
zum Quartett das zarte, milde
Katzenfräulein namens Hilde,
die noch ihren Nachwuchs stillte.
Deshalb sind es auch nur dreie
dieser schönen Konterfeie.
Ihre liebestollen Schreie
hört man jedes Jahr im Maie.
Doch nun fährt das Sangestrio
mit dem Schiff ins ferne Rio
und singt dort „Amore mio“.
Na dann: Ciao ! Miao ! Addio !
Doch ich bitte euch, ihr Lieben:
bleibt nur nicht zu lange drüben,
denn man hört so viel von Dieben,
die euch fangen und verschieben.
Dann, in einer üblen Kneipe,
ziehen sie zum Zeitvertreibe
euch vielleicht das Fell vom Leibe,
um’s zu schenken einem Weibe.
Solch ein Schicksal würde hart sein,
darum soll es euch erspart sein.
Also putzt euch euren Bart fein
und kommt bald von eurer Fahrt heim.
Denn bekanntlich ist’s am besten
nicht etwa im gold’nen Westen,
nein, vielmehr im schönen Dräsden,
denn da steht man euch am näh’sten.
Stubentiger, etwas gealtert
Frau Bröselmann hat eine Miezi,
um die ist sehr sorgsam bemüht sie.
Sie ist zahnlos und blind,
durch ihr Fell pfeift der Wind …
Einem Tiger sehr unähnlich sieht sie.
Unterkühlt
Es wohnt eine Gräfin in Dinkelsbühl,
bei der ist im Haus jeder Winkel kühl.
Das ist auch der Grund,
weswegen ihr Hund
als Schoßhund nicht taugt. Denn er pinkelt viel.
Keiner lebt für sich allein . . . . . . . . . . . . . . 9
Das Tier in Haus und Hof . . . . . . . . . . . . . . 15
Solo für ein Trio . . . . . . . . . . . . . . . . . 17
Stubentiger, etwas gealtert . . . . . . . . . . . . 19
Unterkühlt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19
Leinenzwang . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20
Hunde, wollt ihr ewig leben ? . . . . . . . . . . 21
Gefahr im Kuhstall . . . . . . . . . . . . . . . . 21
Unglückszahl . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 22
Saisonarbeiter . . . . . . . . . . . . . . . . . . 22
Kau, Girl ! . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23
Verarmt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23
Verregnetes Vergnügen . . . . . . . . . . . . . . 24
Tierliebe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 25
Guten Appetit ! . . . . . . . . . . . . . . . . . 25
Abartig . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 25
Bestrafte Begierde . . . . . . . . . . . . . . . . 26
Abschiedsvorstellung . . . . . . . . . . . . . . . 28
Treuer Gehilfe . . . . . . . . . . . . . . . . . . 28
Fehl am Platz . . . . . . . . . . . . . . . . . . 28
Das Tier in Wald und Feld . . . . . . . . . . . . . . 31
Bibers Leid . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 33
Vor Ostern . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 36
Pssst ! . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 37
Ewige Jugend . . . . . . . . . . . . . . . . . . 37
Dankbarkeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 37
Märchenhaftes Verlangen . . . . . . . . . . . . 38
Durchschaut . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 38
Bitte, bitte, küß mich … . . . . . . . . . . . . . 38
Störenfried . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 39
Ballettmeister . . . . . . . . . . . . . . . . . . 39
Vorsicht . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 40
Jagdfieber . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 40
Das Tier zu Wasser und in der Luft . . . . . . . . . . 43
Der Storch . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 45
Lustlos . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 45
Engpaß . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 46
Edelkomparse . . . . . . . . . . . . . . . . . . 46
Wasserspieler . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 46
Tanzlehrer gesucht . . . . . . . . . . . . . . . . 47
Erzwungene Eleganz . . . . . . . . . . . . . . . 47
Entgangene Mahlzeit . . . . . . . . . . . . . . 48
Vorteil der Fettleibigkeit . . . . . . . . . . . . . 49
Verständlicher Wunsch . . . . . . . . . . . . . 50
Verschollen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 51
Igittigitt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 51
Unglaublich . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 51
Besser ist besser . . . . . . . . . . . . . . . . . 52
Schöner Schein . . . . . . . . . . . . . . . . . 52
Gruß aus dem Altersheim . . . . . . . . . . . . 52
Das Tier im Zoo . . . . . . . . . . . . . . . . . . 55
Evolution . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 57
Extrem bequem . . . . . . . . . . . . . . . . . 57
Schlagfertig . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 58
Glück gehabt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 59
Gut getroffen . . . . . . . . . . . . . . . . . . 59
Immer auf Posten . . . . . . . . . . . . . . . . 59
Im Stahlnetz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 60
Verpfuscht . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 60
Verkehrte Welt . . . . . . . . . . . . . . . . . . 60
Zu cool . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 61
Geckenhaft . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 61
Mut zur Liebe . . . . . . . . . . . . . . . . . . 61
Afrika-Spiele . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 62
Auf der Schaukel . . . . . . . . . . . . . . . . . 62
Multitalent . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 62
Denkwürdige Begegnung . . . . . . . . . . . . 63
Lebedame . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 63
Seitensprung mit Folgen . . . . . . . . . . . . . 63
Unwirtliche Umgebung . . . . . . . . . . . . . 64
Tod im Tierpark . . . . . . . . . . . . . . . . . 64
Fehltritt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 64
Mangelnde Begabung . . . . . . . . . . . . . . 65
Erfolglos . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 65
Vergebliche Hoffnung . . . . . . . . . . . . . . 65
Im goldenen Käfig . . . . . . . . . . . . . . . . 66
Das Tier, das kreucht und fleucht . . . . . . . . . . . 69
Verhängnisvoller Antrag . . . . . . . . . . . . . 71
Vergebliches Lamento . . . . . . . . . . . . . . 72
Unerwünschtes Haustier . . . . . . . . . . . . . 73
Klein – aber fleißig . . . . . . . . . . . . . . . . 73
Geschäftstüchtig . . . . . . . . . . . . . . . . . 74
Schuster gesucht ! . . . . . . . . . . . . . . . . . 74
Sprichwörtliche Liebelei . . . . . . . . . . . . . 75
Pfiffige Schwätzer . . . . . . . . . . . . . . . . 75
Stille Genießer . . . . . . . . . . . . . . . . . . 76
Ungemütlich . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 76
Rauswurf . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 76
Unschlüssig . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 77
Zartes Gemüt . . . . . . . . . . . . . . . . . . 77
Sansibar so oder so . . . . . . . . . . . . . . . . 78
Das Raubtier . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 81
Brunos letzte Reise . . . . . . . . . . . . . . . . 83
Zweifelhaftes Dasein . . . . . . . . . . . . . . . 84
Selbstherrlich . . . . . . . . . . . . . . . . . . 84
Maulheld . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 84
Erfolglose Jagd . . . . . . . . . . . . . . . . . . 85
Klimawandel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 85
Kursverlust . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 85
Herrn Wolfs Trauma . . . . . . . . . . . . . . . 86
Keiner lebt für sich allein
Mensch und Tier haben seit jeher eine innige Beziehung zueinander. Schon seit tausenden – ach, was sag’ ich: seit hunderttausenden von Jahren. Der Grund dafür ist, daß die Menschen – wie wir seit Darwin wissen – von den Tieren abstammen. Genauer gesagt, von den Primaten, den Menschenaffen. Was sich so abgespielt haben könnte, daß sich aus einem Schimpansen-Rudel ein kräftiges Männchen erhob, das in der Woche vorher gerade das Feuerzeug, das Rad sowie den Lendenschurz erfunden hatte, sich dehnte und streckte, bis es auf zwei Beinen halbwegs vernünftig stehen konnte, sich mit einem zum scharfen Messer geschliffenen Feuerstein (der später nach einigen Veränderungen in Material und Design als Rasiermesser in die Kulturgeschichte einging) den überwiegenden Teil der Körperbehaarung vom Leib schabte und zu seinen staunenden Mitschimpansen die Worte sprach: „Ich bin ab sofort kein Schimpanse mehr, sondern der homo erectus.“
Die Affen nahmen’s gelassen, obwohl sie nicht wußten, was er eigentlich damit meinte. Aber sie freuten sich der willkommenen Abwechslung in ihrem Affenleben. „Sieh da – ein Mensch ! Primatus, der Erfinder, war es ! “, jubelten sie sich gegenseitig zu, was in dem bis dahin einzig gebräuchlichen Schimpansendialekt eher wie „Ecce homo ! Primus inter pares ! “ klang. Mangels geeigneter Übersetzungsmöglichkeiten wurden diese Rufe Jahrtausende später unredigiert in den Sprachgebrauch der römischen Aristokratie übernommen und sind auch heute noch für Absolventen höherer Bildungsanstalten ein beliebter Nachweis für das dort erworbene Große Latinum.
Wie es mit dem nunmehr vermenschlichten Ausbrecher aus der Affenbande weiterging, ist schnell erzählt. Nachdem er eine ihm einigermaßen ebenbürtige Frau längere Zeit gesucht, schließlich aber doch noch gefunden hatte, vermehrte sich die Menschheit unkontrolliert und schnell und breitete sich mit blitzartiger Geschwindigkeit über den gesamten Erdball aus. Wo immer sich die Menschen – inzwischen mutiert zum homo sapiens – aber niederließen, trafen sie auf Lebewesen, denen sie zwar nicht immer an Masse und Kraft, wohl aber an Klugheit und List überlegen waren. Jene nannten sie Tiere und nutzten ihren evolutionär erworbenen, höheren IQ dazu, eben diese zu fangen und dann entweder zu schlachten und zu verspeisen (anfangs Mammut, später überwiegend Wildschwein, Rind, Hirsch, Fische, in China auch Hund ), oder sich zu unterwerfen und dienstbar zu machen (Pferd, Hund, Ochse, Esel ). Manche fingen sie nur ihrer Schönheit wegen (Schmetterling), oder um sie in Zoos und Tiergärten anderen Menschen vorzuführen (Elefant, Tiger & Co.).
Da die Menge der Tierarten, -familien, -gruppen, -stämme und dergleichen im Laufe der Zeit ins Uferlose auszuwachsen drohte, erwies es sich schon nach wenigen zehntausend Jahren als notwendig, die Tierwelt so gut es ging zu erfassen, zu systematisieren und zu katalogisieren, um damit dem Tierfreund einen möglichst umfassenden Überblick über das Tierreich zu geben. Am besten gelang dies Herrn Alfred Brehm, der mit seinem mehrbändigen Thierleben eine Enzyklopädie schuf, in der er die gesamte Entwicklung des tierischen Lebens darstellte, angefangen bei den Einzellern über Amöben, Krebse, Lurche, Insekten und Kloakentiere bis zu den Rüsseltieren, Unpaarhufern und Affen, aus denen schließlich der Mensch … Aber das hatten wir ja schon.
Brehms Tierleben erfreute sich (und erfreut sich bis heute) weltweit großer Beliebtheit, und sehr bald wurde es Brauch, die darin verzeichneten tierischen Eigenschaften auf die Menschen zu übertragen. Der liebgewordene Freund oder sympathische Kollege zum Beispiel ist bienenfleißig; einer erledigt seine Arbeiten wieselflink, der andere im Schneckentempo; die Angebete blickt sanft wie ein Reh, wohingegen die Dame, bei der man abgeblitzt war, eher Kuhaugen hat oder sich als dürre Ziege oder dumme Gans herausstellte. Auch der Nachbar, den man noch nie recht leiden mochte, kommt nicht gut weg. Daß er ein rechtes Trampeltier ist oder sich wie ein Elefant im Porzellanladen benimmt, ist noch das geringste, was ihm an Schlechtigkeiten angehängt wird. Kräftiger in der Aussage sind da schon Ausdrücke, die ihn als dummes oder dämliches Schwein kennzeichnen und seine Frau als blöde Kuh. Lackaffen und Angsthasen sind sowohl bei Affenhitze anzutreffen, aber auch, wenn es draußen saukalt ist. Manche unserer vier- und mehrbeinigen Freunde haben es sogar zu literarischem Ruhm gebracht (Biene Maja, Pu der Bär, Fridolin, der freche Dachs) und an einem Flossenträger kam selbst Hollywood nicht vorbei (Der weiße Hai). Eine Menge Beispiele wären noch anzuführen, die belegen, daß irgendwelche Tiere in den unterschiedlich-sten Bereichen unseres Lebens präsent sind. Verwunderlich ist das nicht, denn schließlich umgeben sie uns ja überall. In Wohnungen und in freier Wildbahn sind sie zu finden, in unseren Klimagebieten und in fernen Ländern, auf dem Land, zu Wasser und in der Luft …
Womit ich nun schon einige unserer Gefährten, mit denen wir mehr oder minder gute Nachbarschaftsbeziehungen pflegen, vorgestellt habe, auf die ich jedoch in diesem Büchlein deutlicher eingehen möchte. In „meinem“ Tierreich tragen nicht wenige der Protagonisten menschliche Eigenschaften, oder sie treten insgesamt ein wenig anders auf als ihre natürlichen Artgenossen.
Sie können reden, schreiben, sich ärgern, feine Klamotten tragen, Zeitung lesen, ihre Produkte verkaufen … Und bei allem, was sie tun, hoffen sie, daß ihr Verhalten zumindest ein kleines Lächeln auf den Gesichtern der Lesenden hervorruft. Dann nämlich könnten auch sie sich darüber freuen, daß ihre Absicht ihren Zweck erreicht hat. Denn schließlich sind auch sie Tiere wie du und ich.
Chemnitz, im Februar 2020 Eberhard Figlarek
Das Tier in Haus und Hof
Die Überschrift ist eigentlich irreführend, aus mehreren Gründen. Denn die wenigsten der Leute, die ich kenne und die als potentielle Leser dieses Büchleins in Frage kommen, besitzen ein Haus, sondern sie haben bestenfalls eine Wohnung gemietet. Deren Größe richtet sich nicht unbedingt nur nach den Einkommensverhältnissen der Mieter, sondern beispielsweise auch nach deren Alter, der Freude beziehungsweise Abneigung dem Putzen gegenüber, dem Familienstand und – last but not least – nach der dem Menschen innewohnenden Tierliebe.
Bekanntlich ist ja in der kleinsten Hütte Raum für ein glücklich liebend’ Paar. Oftmals aber passen auch noch Hund und/oder Katze, Meerschweinchen und/oder Goldhamster, Wellensittich und/oder Goldfisch mit hinein. So daß diese, sowie weitere Spiel- und Kleintiere eigentlich Wohnungstiere sind, und nicht, wie allgemein tituliert, Haus tiere.
Ähnlich verhält es sich mit den Tieren, die angeblich auf dem Hof leben, womit natürlich ein bäuerliches An-
wesen gemeint ist. Das aber hat bekanntlich außer dem Wohnhaus und einer Scheune auch die unterschiedlichsten Stallungen. Dort lebt des Bauern Tierbestand, sofern er sich nicht gerade auf der Weide (Rinder), beim Schlachter (Schwein) oder zu Frondiensten auf dem Acker (Pferd) befindet.
Diese und noch eine ganze Anzahl weiterer Tiere (Schafe, Ziegen, Hühner, Gänse usw.) müßten also der Logik nach Stall- und nicht Hof tiere heißen.
Aber nun sagen Sie doch mal selbst:
Wenn dieses Kapitel Das Tier in Wohnung und Stall hieße – klänge das nicht entsetzlich ? Bei Haus und Hof weiß man doch wenigstens, woran man ist.
Solo für ein Trio
Oma hat zu Haus’ drei Katzen,
das sind süße kleine Fratzen,
haben Pfötchen, keine Tatzen,
wollen schmusen und nicht kratzen.
Und sie wollen gutes Fressen.
Whiskas kannste glatt vergessen.
Leber – die ist angemessen !
(Bitte nicht zu knapp bemessen !)
Katzen, sagt man, müssen nett sein,
dürfen aber nicht zu fett sein,
schlüpfen dann und wann ins Bett rein,
und man hört sie im Terzett schrei’n.
Leider fehlt auf diesem Bilde
zum Quartett das zarte, milde
Katzenfräulein namens Hilde,
die noch ihren Nachwuchs stillte.
Deshalb sind es auch nur dreie
dieser schönen Konterfeie.
Ihre liebestollen Schreie
hört man jedes Jahr im Maie.
Doch nun fährt das Sangestrio
mit dem Schiff ins ferne Rio
und singt dort „Amore mio“.
Na dann: Ciao ! Miao ! Addio !
Doch ich bitte euch, ihr Lieben:
bleibt nur nicht zu lange drüben,
denn man hört so viel von Dieben,
die euch fangen und verschieben.
Dann, in einer üblen Kneipe,
ziehen sie zum Zeitvertreibe
euch vielleicht das Fell vom Leibe,
um’s zu schenken einem Weibe.
Solch ein Schicksal würde hart sein,
darum soll es euch erspart sein.
Also putzt euch euren Bart fein
und kommt bald von eurer Fahrt heim.
Denn bekanntlich ist’s am besten
nicht etwa im gold’nen Westen,
nein, vielmehr im schönen Dräsden,
denn da steht man euch am näh’sten.
Stubentiger, etwas gealtert
Frau Bröselmann hat eine Miezi,
um die ist sehr sorgsam bemüht sie.
Sie ist zahnlos und blind,
durch ihr Fell pfeift der Wind …
Einem Tiger sehr unähnlich sieht sie.
Unterkühlt
Es wohnt eine Gräfin in Dinkelsbühl,
bei der ist im Haus jeder Winkel kühl.
Das ist auch der Grund,
weswegen ihr Hund
als Schoßhund nicht taugt. Denn er pinkelt viel.
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