DER RING DER RETTENDEN ENGEL
Silko und Berenike – die Helden des Romans Das Labyrinth der rasenden Zeit – reisen leichtsinnigerweise nach Deutschland, um den Wunsch eines Verstorbenen zu erfüllen und dafür einer Frau zu begegnen, die Silko nicht unbekannt und mit Berenike sogar blutsverwandt ist. Das führt dazu, dass schließlich beide von neuem verfolgt werden, weiterhin zu vielen Verwicklungen und Verstrickungen, deren Spuren den Sumpf einer gewaltigen Pädophilen-Mafia aufscheinen lassen. Gleichzeitig aber finden fähige Menschen zusammen, um die Auswirkungen der zahlreichen Verbrechen teils abzumildern, teils unmöglich zu machen. Überraschend ineinanderwirkende Synchronizitäten und Abenteuer in Polen, Russland, Luxemburg und Österreich – wobei außerdem die Unterallgäu-Metropole Memmingen in einem besonderen Fokus steht – führen Stück für Stück zur Bildung einer Gemeinschaft von „Rettern“ und Helfern, die in den Wirren und dem Chaos des beginnenden Weltenumbruchs unverzichtbar erscheint.
Ähnlich wie schon Das Labyrinth der rasenden Zeit habe ich diesen Roman unter dem Eindruck der geopolitischen Entwicklungen des letzten Jahrzehnts vor 2020 niedergeschrieben und ihn deshalb sehr bewusst nicht mehr einfach Mystery Thriller, sondern Apokalyptischer Roman genannt, ganz abgesehen davon, dass ich grundsätzlich der deutschen Sprache mehr Raum geben möchte. Die Wandlungen, die über unsere Erde hingehen, sind einzigartig und unumkehrbar, besonders wenn man von der Erkenntnis ausgeht, dass das griechische Wort αποκάλυφη, genau übersetzt, nicht etwa „Weltende“, sondern „Offenbarung, Enthüllung, Entschleierung“ bedeutet. Die alte Welt, das alte Paradigma, das unsere Erziehung noch prägte, ist, bei Licht betrachtet, bereits gestorben.
Man kann dieses Buch für sich lesen und die spannende Handlung genießen. Wer jedoch Das Labyrinth der rasenden Zeit kennt, welches chronologisch der hier erzählten Geschichte vorgelagert ist, wird es ein wenig leichter haben, sich im Reigen der zahlreichen Figuren zurechtzufinden, zumal ihm dann die Vorgeschichte der bedeutendsten davon vertraut ist.
Die Handlung spielt an verschiedenen Orten Mitteleuropas, die sich leicht besuchen lassen und die in meiner persönlichen Erinnerung einen nicht geringen Raum einnehmen. Die beschriebenen, da wohnenden und agierenden Protagonisten sind dennoch fiktiv und frei erfunden. Wer glaubt, tatsächlich existierende Zeitgenossen entdeckt zu haben, nährt diese Idee aus subjektiver Interpretation heraus und auf eigene Gefahr.
Die Hinweise auf die Nordmeerinsel Swjataja Olga, die ein Bestandteil des russischen Sewernaja-Semlja-Archipels ist, beziehen sich zumeist auf den Roman Das Labyrinth der rasenden Zeit und das darin beschriebene Geheimgefängnis auf der Insel Oktjabrskaja Rewoljuzija. Im Laufe der letzten Jahre wurde deren Rückbenennung in Swjataja Olga in den Kartenwerken immer häufiger bestätigt, ein Umstand, dem ich Rechnung tragen wollte, weshalb der ältere Name in diesem Roman nicht mehr auftaucht.
Lengenfeld, im Februar 2023
Wer wagt es, sich den donnernden Zügen entgegenzustellen?
Die kleinen Blumen zwischen den Eisenbahnschwellen.
Erich Kästner
Prolog: Runhild
Sie haben mich die ganze Zeit beobachtet und manchmal regelrecht verfolgt, dessen bin ich mir sicher. Wahrscheinlich hing es hauptsächlich mit jenem geheimnisvollen Akash Govinda zusammen. Da er mehrmals versucht hatte, mir wiederzubegegnen und Kontakt aufzunehmen, erfuhr ich von dem Gefängnis auf Swjataja Olga und ein wenig später sogar von zwei Männern, die es geschafft hatten, da rauszukommen.
Leider wurde mir auch sehr bald bewusst, dass ich dergleichen Dinge überhaupt nicht hätte wissen dürfen. Jemand stellte mir nach, ein Unbekannter oder mehrere Unbekannte, ich weiß es nicht. Glücklicherweise wurde ich immer wieder gewarnt, sodass ich zweimal unauffindbar war. Für diejenigen zumindest, die mich ebenfalls in diesen Knast hatten bringen wollen. Natürlich kann ich das nicht beweisen, aber wenn mich mein Bauchgefühl so intensiv warnt, weiß ich, was Sache ist.
Fast im Wochentakt wechselte ich die Wohnungen. Es war mir unmöglich, unter diesen Umständen einem Broterwerb nachzugehen, aber ich hatte Freunde, die zu mir kamen, um einen Rat oder sonst etwas Heilendes zu bekommen, gewissermaßen gegen Spenden behandelt. Nachdem ihr beide, du und Berenike, verschwunden wart, musste ich die Stadt Leipzig endgültig verlassen und wurde merkwürdigerweise von Reginald Moll eingeladen, dem Sohn meiner lieben Halbschwester. Über ihn wusste ich sehr wenig und fragte mich immer, was er denn umgekehrt über mich wissen konnte. Bayerische Großstädte sind mir alle gleich, sodass es für mich keine Rolle spielte, wo genau er nun wohnte und mir Asyl bieten wollte, aber ich hatte einfach die vage Hoffnung, dass dieser Mensch mich wenigstens vor meinen Verfolgern oder Beobachtern zu schützen gedachte.
Natürlich war ich misstrauisch, wusste ich doch, dass er jahrelang den Kontakt zu seiner Mutter vermieden hatte. Vielleicht hatte er meinen Aufenthaltsort allein deswegen herausfinden können, weil er in gewisser Weise mein Neffe war. Verwandtschaft ist niemals berauschend, aber manchmal tröstlich. Ich bildete mir ein, dass ich, sobald ich ihn näher kennengelernt hätte, in seiner Nähe zur Ruhe kommen und unter Umständen sogar ein wenig Geld verdienen könnte.
Selbstverständlich dachte ich mir alle möglichen Sachen aus, um meine Situation zu erklären. Nie und nimmer hätte ich ihm Berenikes wirkliche Geschichte erzählt. Sagen wir, ich misstraute von vornherein, redete mir aber ein, dazu keinen Grund zu haben. Nichts braucht so wenig Nahrung wie Hoffnung.
Das heißt nun nicht, dass ich ihm unterstellte, mir allen Ernstes etwas antun zu wollen. Ich beschloss, die Gratwanderung auszuhalten, solange es sein musste. Zunächst brauchte ich einen neuen Ausgangspunkt, aber gleichzeitig wollte ich Augen und Ohren weit offen halten, um faule Kompromisse möglichst bald durch klare Ausrichtungen zu ersetzen.
Reginald bot mir ein geräumiges Zimmer innerhalb einer riesigen Zwei-Etagen-Wohnung an, die, wie er sagte, ihm gehöre. Da er keine Familie hatte und nur gelegentlich irgendeine Tussy mit nach Hause brachte, um sich eine heiße Nacht zu genehmigen, fragte ich mich oft, wozu er all die vielen und großen Räume benötigte. Außer der futuristischen Wohnküche, die ich mitbenutzen durfte, zeigte er mir nicht einen davon. Sein Umgangston und sein Auftreten unterschied sich von dem seiner Mutter wie die Wüste vom fruchtbaren Land. Wie konnte es sein, dass ein Mensch wie er ausgerechnet von meiner liebevollen Halbschwester Berenike in diese Welt gesetzt worden war? Doch Kinder und Eltern bilden ja oft recht krasse Gegensätze.
Glücklicherweise hielt er sich über den größten Teil des Tages „in der Firma“ auf, wie der das nannte. Was er tatsächlich trieb, wollte ich lieber nicht wissen. Mir genügte es, wenn ich nicht ständig neue Hinweise bemerkte, dass man mir auf den Fersen war, denn so vermochte ich eine Weile zu glauben, ich hätte vorläufig eine sichere Zuflucht bezogen.
Während der ersten Tage in Nürnberg ging ich natürlich auch nicht auf die Straße und ließ mir von Reginald alles Lebensnotwendige beschaffen. Er sprach insgesamt nur wenig mit mir und behauptete nur, man habe ihm mitgeteilt, dass ich in Schwierigkeiten sei. In so einem Fall einer, wie er sich ausdrückte, „viertelnahen“ Verwandten zu helfen, sei für ihn Ehrensache. Geld habe er genug; wenn es mir an irgendetwas mangeln sollte, müsste ich es ihm nur sagen, er werde sich kümmern.
Dennoch gab er mir einen Schlüssel. Nach ungefähr einer Woche tätigte ich meine Einkäufe selbst. Allerdings verzichtete ich darauf, nach neuen Klienten zu suchen, in der Befürchtung, dass es ohnehin nicht funktionieren würde, warum auch immer. Und immer häufiger warnte mich mein Gefühl.
Warum tat Reginald so, als sei sein Handeln das Selbstverständlichste auf der Welt, ging aber nie auf eine meiner Fragen ein? Nur zu gern hätte ich gewusst, wie er überhaupt von meinen „Schwierigkeiten“ Wind bekommen hatte, zumal er seine Mutter nie anrief oder sonst den Kontakt zu ihr suchte. Was Berenike mir diesbezüglich erzählt hatte, empfand ich jedenfalls als sehr zutreffend und hundertprozentig glaubwürdig …
Seine Hilfsbereitschaft war von Anfang an faul, aber ich fühlte mich so sehr darauf angewiesen, dass ich es nicht wahrhaben wollte. Und als er ungefähr drei Wochen nach meinem Einzug bei ihm eine halbe Flasche Whisky austrank und danach mit mir ins Gespräch
zu kommen versuchte, geriet ich, gelinde gesagt, in einen Schockzustand.
„Kann es sein, dass deine Schwester dir nicht hilft, weil sie überhaupt nicht mehr da ist?“, begann er unvermittelt und grinste eigenartig. „Und kann es außerdem sein, dass deine Pfuscherei am Ende dazu geführt hat, dass keiner mehr zu dir kommen wollte?“
„Lebensberatung ist keine Pfuscherei“, konterte ich ärgerlich, während mir das Herz bis zum Hals schlug. „Was weißt du schon von deiner Mutter?!“
„Vielleicht mehr als dir lieb sein dürfte“, erwiderte er und musterte mich mit unverhohlener Verachtung. „Und das Eine sage ich dir: Wenn ihr etwas nicht so ganz Angenehmes zustößt, hat sie sich das selber zuzuschreiben!“
Meine Knie wurden weich. Wahrscheinlich habe ich in diesem Augenblick auch sichtbar gezittert.
„Was sollte ihr denn zustoßen?“, konnte ich mich nicht enthalten zu fragen.
„Na, eine Entführung ist es schon mal gewesen“, behauptete er und weidete sich, wie mir schien, an meiner Bestürzung.
„Dann weißt du mehr als ich“, mühte ich mich um eine beherrschte Antwort.
„Stell dich bloß nicht so an!“ Plötzlich wurde er laut. „Du hast dich mit Leuten abgegeben, die in mehreren Ländern gesucht wurden, und deine saubere Schwester auch. Ich hab’s von Anfang an geahnt!“
„Was soll das?“, versuchte ich mich zu wehren. „Wer sagt so was? Und was für Leute sollen das gewesen sein?“
Entweder hatte er Erkundigungen eingezogen, oder er gehörte seit langem schon zu denen, die mich verfolgten. Mir wurde abwechselnd heiß und kalt, als ich das begriff.
Ein paar verschwommene Einzelheiten mochte er ohnehin gewusst haben. Vielleicht kannte er sogar den größten Teil einer Geschichte, von der ich selbst nur recht vage Vorstellungen besaß: die Sache mit jenem seltsamen Gefängnis auf Swjataja Olga im Nordmeer.
In mir überschlugen sich die Gedanken. Was, wenn ich nun ganz und gar in der Falle saß? Keinesfalls durfte ich mir etwas anmerken lassen. Deshalb blieb ich dabei, so zu tun, als wüsste ich nicht, wovon er sprach.
„Mit mir kannst du das nicht machen, Verehrteste!“, zischte er wütend. „Den Namen deiner Schwester will ich auch nicht mehr hören. Komm mir bloß nicht mehr damit, dass sie meine Mutter wäre und so weiter! Ich kenne meine Mutter nicht, verstanden! Habe sie nie gekannt!“
„Geht in Ordnung, ich ziehe aus“, murmelte ich hoffnungslos. „War ja nur deiner Einladung gefolgt.“
„Als ich mich dazu hinreißen ließ, habe ich noch nicht alles über dich gewusst“, behauptete er. „Bilde dir also nicht ein, dass du ungeschoren hier wegkommst! Gib mir den Schlüssel!“
Nun erschrak ich wirklich. Es sah aus, als hätte er von Anfang an vorgehabt, mich festzusetzen.
„Welchen Schlüssel?“ Das war natürlich dumm, aber nun war ich in Panik geraten und hoffte, Zeit zu gewinnen.
„Den Wohnungsschlüssel, den ich dir vor kurzem gegeben habe. Los, her damit!“
Ich sprang auf und mühte mich, aus seiner Reichweite zu kommen, doch obwohl er getrunken hatte, war er schneller und verstellte mir den Weg.
„Den Schlüssel, hab’ ich gesagt!“, wiederholte er drohend, packte mich bei den Armen und drehte sie mir auf den Rücken. Dabei stellte er sich halb seitlich und so dicht vor mich hin, dass ich meine Knie nicht als Waffe benutzen konnte.
Mein Verstand setzte aus. Ich schrie auf und spuckte ihm ins Gesicht.
Daraufhin ließ er mich los und stieß mir seine Faust so heftig in den Magen, dass mein Atem aussetzte und meine Besinnung schwand. Als ich wieder zu mir kam, lag ich mitten in meinem Zimmer und fühlte mich ausgesprochen elend. Indem ich mich vorsichtig abtastete, um festzustellen, ob ich einigermaßen heil geblieben war, merkte ich, dass der Hausschlüssel nicht mehr in meiner Hosentasche steckte. Da Reginald sein Anwesen obendrein mit einem hohen, eisernen Zaun umgeben hatte, musste ich mich demnach wohl als eingesperrt betrachten. So lange, bis er kommen würde, um mich ein paar Geheimdienstleuten zu übergeben, die die Aufgabe hatten, mich in das Gefängnis auf Swjataja Olga zu bringen. Vielleicht war er sogar derjenige gewesen, der es veranlasst hatte, dass vor zwei Jahren seine eigene Mutter dort landete? Da sie es geschafft hatte, herauszukommen, fürchtete er alles Mögliche und würde Himmel und Erde in Bewegung setzen, um sie entweder umzubringen oder ein zweites Mal an jenen Ort schaffen zu lassen. Für ihre näheren Verwandten oder diejenigen, die seiner Ansicht nach zuviel von all dem wussten, hatte er sich ein ähnliches Schicksal ausgedacht. Deshalb und aus keinem anderen Grunde war ich hier.
Ich rollte mich bis zur nächstgelegenen Wand, richtete mich an ihr mühsam auf, um wenigstens sitzen zu können und überlegte fieberhaft, welche Chancen mir blieben. Ein Haus wie dieses war garantiert mit einer Alarmanlage ausgestattet. Falls ich eine der Fensterscheiben zerstörte oder eine Tür gewaltsam aufbräche, würde ein gewaltiger Lärm einsetzen und gleichzeitig ein Notruf an die Polizei gehen. So oder ähnlich könnte es ablaufen, mit der Folge, dass ich am Ende noch tiefer im Schlamassel steckte. Entweder ich bekam die ungeahnte Hilfe eines wundersamen Zufalls, oder ich war den Launen meines hinterhältigen Verwandten vollkommen ausgeliefert.
Für wen tat er das alles, was versprach er sich davon? Wahrscheinlich wusste das nicht einmal Berenike genau, sonst hätte sie mich bestimmt vorgewarnt. Außerdem kam es jetzt nicht mehr darauf an.
Fast zwei Stunden lang saß ich so da und prüfte mit meinen Blicken den gesamten Raum, ohne dass es mir gelang, etwas Außergewöhnliches zu entdecken oder eine Idee zu meiner Befreiung zu entwickeln.
Und dann vernahm ich Reginalds Schritte.
„Für den Schlag bitte ich um Entschuldigung“, murmelte er betreten, nachdem er die Tür geöffnet und mir geholfen hatte, aufzustehen. „Ich habe überreagiert, aber du wirst gleich verstehen, warum. Möchtest du etwas trinken oder essen?“
Die Wut war aus seinen Gesichtszügen gewichen, doch ich zweifelte sehr daran, dass sich seine Haltung tatsächlich geändert hatte. Leute wie er verfolgen ihren Plan und lassen sich durch nichts und niemand davon abbringen. Die für mich kaum erträgliche Unnahbarkeit, die von ihm ausging, sprach Bände. Ich durfte nichts von dem glauben, was er sagte.
Indessen fühlte ich Hunger und Durst und bat ihn deshalb um Wasser und Obst.
„Komm einfach mit!“, forderte er mich auf.
Ich folgte ihm über zwei Gänge bis in seine Designer-Wohnküche. Dort setzte er mir eine Schale mit Äpfeln vor und zapfte Wasser aus dem Hahn über der Spüle, das er mir in einer unförmigen Kruke kredenzte. Wenn mir der Weg durch die Haustür bis zum – verschlossenen – Grundstückstor nicht so weit vorgekommen wäre, hätte ich vielleicht die Flucht versuchen können, solange er hantierte, doch meine Entschlusskraft war gelähmt und mein Geist geteilt.
Deprimiert kaute ich an einem Apfel, als er zu sprechen begann
und sich bemühte, mir zu erklären, dass seine „gesellschaftliche Position“ es nicht zulasse, Leuten zu helfen, die sich „gegen das allgemeine System auflehnten“. Meine Schwester habe sich mit „einem Subjekt“ abgegeben, einem „Kolumnenkacker“, der die strikte Geheimhaltung, die die allgemeine Sicherheitslage erforderte, nicht achtete. Dass nicht jeder Hinz und Kunz in der Bevölkerung erfahren dürfe, welche Einrichtungen durch die Großmächte betrieben würden, um zum einen das militärische Gleichgewicht auf dem Planeten aufrechtzuerhalten und zum anderen gewaltbereite Risikogruppen zu dämpfen, sei ein Gesetz, welches um unser aller Sicherheit willen existiere. Wer es breche, sei ein Gefährder und müsse, wenn nicht „eliminiert“, so doch mindestens unter laufende Beobachtung gestellt werden. Er, Reginald, sei ruiniert, sobald jemand aus „seiner Firma“ Wind davon bekäme, dass er die Helfershelferin eines solchen Gefährders bei sich beherberge.
Ich wusste nicht, was ich von seiner Rechtfertigungstirade halten sollte. Und was war das für eine „Firma“, die er als die seinige bezeichnete? Er tat so, als diene er bestimmten „Mächten“. Welche das waren, stellte ich mir lebhaft vor.
„Warum hast du mich eingeladen?“, fragte ich lauernd.
„Weil ich von deinem Pech erfahren hatte. Deine Idee, körperliche Krankheiten mit Lebensberatung und esoterischem Humbug heilen zu wollen, konnte ja nicht funktionieren. Ich wollte dir ein Angebot machen.“
...
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